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Erbrecht

Rechtzeitige Klärung der erbrechtlichen Verhältnisse ist zugleich eine Vorsorge für den Ehepartner und die eigenen Kinder.

Dazu stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

- Eigenhändiges Testament

- Notarielles Testament

- Notarieller Erbvertrag

Das eigenhändige Testament ist von den 3 genannten Möglichkeiten das günstigste, aber auch das unsicherste.

Zur Wirksamkeit ist lediglich erforderlich, dass Sie handschriftlich ihren letzten Willen erklären. Sie oder Ihr Ehepartner schreiben Ihren letzten Willen nieder und versehen ihn mit Datum und Unterschrift.

Die Unsicherheit hinsichtlich dieser Testamentsform resultiert daraus, dass zum einen die einfachere Möglichkeit besteht, das Testament anzufechten, da eine Testierfähigkeit der Testierenden nicht sicher dargelegt ist.

Weiterhin ist zu beachten, dass auch diese Testamente oft rechtlich nicht korrekt formuliert sind und den gesetzlichen Gegebenheiten oder den eigenen Wünschen nicht entsprechen, weil die rechtlichen Folgen den Testierenden unbekannt sind.

Zu raten ist daher in aller Regel dazu, sich einen Juristen zur Hilfe zu nehmen. Auch eine Eröffnung des Testamentes ist nicht sichergestellt.

Ein notarielles Testament oder ein notarieller Erbvertrag stellen zunächst sicher, dass die Testierfähigkeit durch den Notar festgestellt ist. Weiterhin ist durch gesetzliche Vorschriften gewährleistet, dass im Erbfall auch tatsächlich das Testament oder der Erbvertrag eröffnet wird. Darüber hinaus ist der mit der Rechtsmaterie vertraute Notar in der Lage, für jeden Einzelfall ein maßgeschneidertes Testament zu erarbeiten.

Sie können somit sicher sein, dass die von ihnen gewünschten erbrechtlichen Folgen auch tatsächlich eintreten.

Die Kosten eines notariellen Testamentes hängen einmal davon ab, ob es sich um ein gemeinsames Testament oder um ein Einzeltestament handelt. Weiterhin sind für die Höhe der Kosten die Vermögenswerte des/der Testierenden von Bedeutung.

Der Unterschied zwischen einem notariellen Testament und einem notariellen Erbvertrag besteht in dem im Falle des Erbvertrages nicht möglichen Widerruf. Allerdings wird der Notar sie dahingehend beraten, dass auch in einem Erbvertrag unter bestimmten Voraussetzungen Widerrufsmöglichkeiten eingebaut werden.

Der Vorteil des Erbvertrages liegt darin, dass dieser nicht besonders amtlich beim zuständigen Amtsgericht verwahrt werden muss und somit keine Hinterlegungskosten des Amtsgerichtes anfallen. Weiterhin kann mit einem Erbvertrag auch ein anderer Vertrag, wie z. B. Ehevertrag, verbunden werden. Dies hat zur Folge, dass durch die gemeinsame Vertragsgestaltung Kosten eingespart werden können.

Bei Ehepaaren ohne Kinder ist es zum Beispiel so, dass nicht nur der überlebende Ehepartner erbt, sondern auch die Eltern des verstorbenen Ehegatten. Bei Eheleuten mit Kindern sind gesetzliche Erben neben dem überlebenden Ehegatten auch die gemeinsamen Kinder.

Insbesondere ist auch zu beachten, dass ggf. Pflichtteilsansprüche bestehen. Durch entsprechende vertragliche oder testamentarische Gestaltung kann der Notar diese Durchsetzung der Pflichtteilsansprüche in der Praxis erschweren. Insbesondere bei jungen Ehepaaren sollte auch überlegt werden, ob für den Fall der Wiederverheiratung des überlebenden Ehegatten besondere Regelungen getroffen werden.

Weiter sollte auch beachtet werden, dass eine Übertragung von Vermögenswerten schon zu Lebzeiten zu steuerlichen Vorteilen führen kann.

Erbrechtliche Gestaltungsmöglichkeiten

Mögliche Regelungen in Verfügungen von Todes wegen.

Inhaltlich kann in einer Verfügung von Todes wegen eine Reihe unterschiedlicher Anordnungen getroffen werden.

Diese lassen sich folgendermaßen einteilen:

• Bestimmungen über Abweichungen von der gesetzlichen Erbfolge:

- Erbeinsetzung

- Enterbung

- Anordnung einer Vor- und Nacherbfolge

- Ersatzerbfolge

• Bestimmungen über Einzelzuwendungen:

- Vermächtnisse

- Auflagen

• Bestimmungen über den Pflichtteil

• Bestimmungen über Auseinandersetzung unter mehreren Erben:

- Ausschließung der Auseinandersetzung

- Teilungsanordnungen

- Ausgleichungspflicht

• Bestimmungen über die vollständige oder teilweise Aufhebung einer Verfügung von Todes wegen:

- Testamentswiderruf durch Testament

- Widerruf wechselbezüglicher Verfügungen im gemeinschaftlichen Testament durch

ein neues gemeinschaftliches Testament

- Aufhebung eines Erbvertrages durch einen neuen Erbvertrag

- Ausübung des Rücktrittsrechts beim Erbvertrag

• Bestimmungen über die Zuständigkeit eines Dritten:

- Ernennung eines Testamentsvollstreckers

- Anordnung, dass die Auseinandersetzung unter den Miterben nach dem billigen Ermessen eines Dritten erfolgen soll Benennung eines Dritten, der den Vermächtnisnehmer bestimmt

- Bestimmung des Vermächtnisnehmers durch den Beschwerten

- Benennung eines Dritten, der den Vermächtnisgegenstand bestimmt

• Bestimmungen familienrechtlichen Inhalts:

- Die Erklärung zum Vorbehaltsgut

- Die Ausschließung der fortgesetzten Gütergemeinschaft

- Anordnungen über die elterliche oder vormundschaftliche Verwaltung des einem Kind Zugewandten

- Benennung eines Vormunds

- Ausschluss einer Person von der Vormundschaft

• Anordnungen, die Rechtsgeschäfte unter Lebenden betreffen:

- Widerruf einer Schenkung

- Vollmachtserteilung

- Vorsorgevollmacht

- Betreuungsverfügung

- Patientenverfügung


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